Von andern Kulturen lernen

Ein Restaurant in einem Touristenort, das viele asiatische Gäste hatte, liess teure Speisekarten in chinesisch drucken mit der chinesischen Flagge auf der Vorderseite. Der Besitzer wunderte sich, wieso seine Gäste selten diese wollten, sondern nach einer Karte in englischer Sprache fragten. Ich sass eine zeitlang da und sprach mit einer paar Gästen.

Wirf Deine Karten weg, drucke allenfalls neue. Drucke keine Flaggen, sondern Wahrzeichen aus allen grossen Städten Asiens, wo die Chinesen einen grossen Anteil der Bevölkerung biledn. Deine Gäste kommen aus Taiwan, Hong Kong, Singapur, aber definitiv nicht alle aus der Volksrepublik China. Druckst Du nur die chinesische Flagge, fühlen sich viele Deiner Gäste nicht angesprochen.

Gesagt, getan. Heute hat das Restaurant immer noch viele Gäste aus Asien, die sich freuen, eine Karte in ihrer Sprache lesen zu dürfen. Zudem ist sie zweisprachig. Gedruckt in vereinfachtem Chinesisch, wie es in der Volksrepublik geschrieben wird und traditionellem Chinesisch, wie es in allen andern Städten Asiens unter Chinesen gesprochen wird.

Wirklich ein einfaches Beispiel. Aber wir können von andern Kulturen viel lernen. Ich nutze seit Jahren die „36 Strategeme“, um mich auf Vertragsverhandlungen vorzubereiten. Ich lernte beim Beobachten von Geschäften in andern Kulturkreisen viel, das wir nutzen können. Auf meine Vertragsverhandlungen in fast 50 Ländern bereitete ich mich mit dem Kulturmodell von Geert Hofstede vor. All diese Erfahrungen bringe ich in unsere Zusammenarbeit mit ein.