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Der Business Model Canvas für Selbständigerwerbende

Der Business Model Canvas ist die ein einfachste Methode, um ein Geschäft zu planen und laufend auf dem neuesten Stand zu halten. Alles wichtige zu Deinem kleinen Unternehmen hat auf einer A3-Seite Platz. Daher finde ich diese Methode gerade richtig, um auch Dein Geschäft als Selbständigerwerbende(r) zu planen.

Was ist der Nutzen des Business Model Canvas?

Fokus

Du konzentrierst Dich auf wenige Marktsegmente und weisst, welche Wünsche Deine Kunden haben. So wirst Du zum Spezialisten und bist keine Eierlegendewollmilchsau, was Dir ohnehin niemand glauben würde. Spezialisten erzielen höhere Preise. Ist das Ansporn genug?

Flexibilität

Wer hat jemals schon einen Business Plan überarbeitet, wenn sich die Umwelt verändert hat? Ich kenne keine FreiberuflerIn, die das jemals tat. Mit dem Business Model Canvas erledigst Du diese Aufgabe schneller und kannst so wesentlich flexibler auf Veränderungen reagieren

Wie wendest Du den Business Model Canvas an?

Lade Dir zu nächst das pdf herunter und drucke es bei Bedarf aus. Ich empfehle A3, aber fürs erste kannst Du es auch auf A4 ausdrucken. Business Model Canvas (pdf).

Ich empfehle Dir, den Canvas in der angegebenen Reihenfolge zu bearbeiten.

1 Kundensegmente (Customer Segments)

Führe alle Kundensegmente auf, die Du mit Deinen Produkten oder Dienstleistungen bedienen möchtest. Ich empfehle Dir, Dich zumindest zu Beginn auf 4-5 Segmente zu beschränken. Ansonsten verzettelst Du Dich und gehst in der Menge unter.

Mein Geschäft: Mein einziges Kundensegment sind Selbständigerwerbende

2 Wertebotschaft (Value Proposition)

Für jedes Kundensegment zeigst Du auf, welchen Nutzen Du ihm bieten kannst. Ich empfehle Dir, möglichst präzis zu sein. Nutzen, den nur Du bringen kannst, ist der beste. Versuche allenfalls der Nutzen sogar zu quantifizieren.

Mein Geschäft: Selbstverständlich ist mein Nutzen genau gleich wie bei jedem Coach. Aber: Ich stehe praktisch rund um die Uhr zur Verfügung, genau dann, wenn der Kunde mich braucht.  Und das zu Kosten, die sich jeder leisten kann.

3 Kanäle (Channels)

Schreibe Dir auf: Über welche Kanäle bist Du mit Kunden in Kontakt und lieferst Du? Wie erreichst Du sie?

Mein Geschäft: Meine Kunden haben mich zu 100% über Twitter, LinkedIn oder Facebook gefunden. Das sind die Kanäle, über die ich mein Netzwerk betreue, da ich bekanntlich mehrheitlich in den Philippinen lebe. Men Coaching findet nur über Videokonferenzen statt, mehrheitlich Skype.

4 Kundenbeziehung (Customer Relationship)

Entscheide Dich, welche Beziehung Du mit den Kunden haben möchtest. Direkt, indirekt über Partnerfirmen? Wie kommunizierst Du?  Wie pflegst Du die Beziehung?

Mein Geschäft: Ich stehe in direktem Kontakt mit Kunden. Obschon etliche Kunden ungenannt bleiben möchten, verbindet sie doch eines. Sie sind alle UnterstützerInnen meines Entwicklungsprojektes in den Philippinen. Ich versuchte mal eine Gemeinschaft aufzubauen, bei denen sich meine Kunden gegenseitig kennen und helfen, aber diesen Plan verwarf ich, weil eben einige Kunden nicht möchten, dass die Welt weiss, dass sie Coaching Leistungen in Anspruch nehmen.

5 Einnahmen (Revenue Streams)

Hier schreibst Du auf, wie Du Deine Produkte oder Leistungen verrechnest, wer bezahlt.  Hier sind Deiner Phantasie keine Grenzen gesetzt. „Bezahl-was-Du-willst“ in Restaurants, Pauschalen, alles ist möglich.

Mein Geschäft: Ich verrechne pauschal 200 Franken pro Monat. Egal, wie oft mich meine Kunden beschäftigen. Ja, eine Pauschale für Beratung. Unglaublich, nicht?  Das Modell, das mich dazu brachte, stammt aus der Landwirtschaft. Es nennt sich Vertragslandwirtschaft und ist in Frankreich ein grosser Renner. Ich gebe Dir gerne Auskunft, kontaktiere mich und stelle mir Deine Fragen. Das hilft meinen Kunden und mir. Wir haben eine finanzielle Plangrösse und erleben keine Überraschungen.

6 Betriebsmittel (Key Resources)

Überlege Dir: Was für eine Infrastruktur benötigst Du wirklich? Auf welche Hilfsmittel kannst Du nicht verzichten?

Mein Geschäft: Ich benötige eine Webseite, meine Kanäle Twitter, Facebook und LinkedIn, eine stabile Internet-Verbindung (gar nicht so selbstverständlich hier in den Philippinen), einen Generator, um Stromausfälle zu überbrücken (welcher künftig durch eine Solaranlage ersetzt wird). Und natürlich meinen Computer.

7 Schlüsselaktivitäten (Key Activities)

Schreib auf: Was musst Du tun, um Deinen Kunden den versprochenen Nutzen zu bringen? Wie findest Du neue Kunden und wie kannst Du sie behalten?

Mein Geschäft: Ich betreibe diesen Blog, ich twittere häufig und poste ab und zu auf Facebook. Aber ganz wichtig: Ich setze als Berater rund einen Tag pro Woche ein, um mich weiterzubilden. Ich suche interessante Geschäftsmodelle (einige davon stelle ich in diesem Blog vor) und vertiefe meine Methodenkenntnisse. So machte ich 2012/13 auch einen Fernkurs in Social Media.

8 Schlüsselpartner (Key Partners)

Abhängig von andern Teilen des Business Modells überlegst Du Dir: Mit wem gehst Du Partnerschaften ein? Welche Aktivitäten lagerst Du aus?

Mein Geschäft: Ich habe mich entschieden, alles selbst zu tun. Von daher habe ich zwar Firmen, von denen ich abhängig bin (wie der Betrieber meiner Webseite), aber auf Schlüsselpartner verzichte ich ganz bewusst. Ich könnte mein attraktives Preismodell nicht offerieren, wenn ich teure Externe bezahlen müsste.

9 Kostenstruktur (Cost Structure)

Aus der Planung leitest Du ab: Was sind die Kostentreiber? Wo fallen Deine wichtigen Kosten an?

Mein Geschäft: Als Konsequenz meines Geschäftsmodells habe ich meine Kosten auf ein Minimum reduziert. Neben den Betriebskosten für meine Infrastruktur und Ausgaben zur Weiterbildung habe ich nur minimale Kosten.

 

Und wie weiter?

Wenn Du die 9 Module durchgearbeitet hast, empfehle ich Dir, Dein Geschäftsmodell mit jemand Aussenstehendem zu diskutieren. Ist es verständlich? Ist es in sich stimmig? Bestehen Widersprüche?

Das machst Du, bis Du mit dem Ergebnis zurieden bist. Und dann gehst Du an die Realisierung.

Spätestens alle 2 Jahre solltest Du Dir überlegen, ob sich das Umfeld geändert hat und Dein Geschäftsmodell allenfalls anpassen.

Möchtest Du ein kreativeres Geschäftsmodell?

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